
Seit mehr als 20 Jahren gibt es sie schon, die Bücherkiste des Historischen Vereins Kehl. In einer Garage an der Friedhofstraße kam sie zur Welt. Damals hieß sie noch Bücherflohmarkt. Er wurde von Idealisten betrieben, die aus Respekt vor dem Kulturgut Buch Bücher aus Haushaltsauflösungen nicht einfach einer Grünen Tonne anvertrauen wollten. So dehnte sich der Bücherflohmarkt allmählich aus, und die Garage reichte bald nicht mehr.
Über mehrere Zwischenstationen ist die Bücherkiste schließlich 2014 in die Kinzigstraße gelangt. Der Kundenstamm ist ihr treu geblieben und weiter gewachsen. Heute hat die Bücherkiste in Kehl und Umgebung, auch jenseits der Grenze im Elsass, einen Namen. Als bekannt wurde, dass der Bücherkiste Ende vorigen Jahres gekündigt wurde und sie die Räume in der Kinzigstraße bis Mai verlassen muss, meldeten sich viele Kunden enttäuscht zu Wort, teils auch öffentlich.
Was wäre Kehl ohne die Bücherkiste? Den Jüngsten unter uns bietet sie eine Fülle bunter Bücher, in denen man blättern und die Welt in Bildern kennen lernen kann. Manche Bücher machen sie mit ihrer Heimat vertraut, ein Pluspunkt, der mit dem Verlust des Fachs Heimatkunde in den Grundschulen an Bedeutung gewonnen hat.
Älteren bietet sie die Gelegenheit, in einem geordneten Bücherbestand nach Herzenslust unverbindlich zu stöbern. Sachbücher sind nach Sachgebieten geordnet, Belletristik alphabetisch nach Verfassern. Da die Bücher zu einem Spottpreis nach Gewicht verkauft werden, kann sich jeder bedienen, auch Schüler und Studenten ohne eigenes Einkommen und Empfänger von Grundsicherung.
