Lou Andreas-Salomé, Friedrich Nietzsche & Rainer Maria Rilke : Schöpferisches Denken im Fokus
Runder Tisch (1Std.), mit anschliessender musikalischer Lesung
Die Veranstaltung ist bilingual angelegt. Die Diskussionsbeiträge der Wissenschaftler:innen erfolgen überwiegend auf Französisch und werden nicht durchgängig übersetzt. Die szenische Lesung hingegen enthält mehr deutschsprachige Textpassagen; Übersetzungen der gelesenen Auszüge stehen vor Ort zur Lektüre zur Verfügung.
Eines der zentralen Anliegen von Lou Andreas-Salomé – sowohl in ihrem Leben als auch in ihren theoretischen Schriften – ist die Schöpfung an der Schnittstelle von Körper, Heiligem und Kunst. Dem Weiblichen kommt dabei eine bedeutende, nicht immer eindeutige Rolle zu. Trotz ihres umfangreichen Werkes sind gerade die Aspekte von Kunst und Ästhetik bislang am wenigsten übersetzt und erforscht.
Mit dieser Veranstaltung möchten wir Salomé eine Stimme geben und sie zugleich in die fruchtbaren Beziehungen einordnen, die sie zu diesem Thema pflegte: in ihrer frühen Begegnung mit Friedrich Nietzsche und später mit dem Dichter Rainer Maria Rilke. Im Sinne des Themas verbindet das Ensemble von À livre ouvert / Wie ein offenes Buch theoretische Einblicke mit eigenem schöpferischem Tun, wodurch Salomé und ihre introspektiven Zugänge erfahrbar werden.
Mitwirkende:
Runder Tisch:
– Ondine Arnould (Germanistin und Philosophin)
– Arthur Hannoun (Wissenschaftler für Philosophie und Germanistik)
– Esa Christine Hartmann (Germanistin)
Musikalische Lesung:
– Aline Martin und Jennifer Rottstegge (Darstellerinnen)
– Anne-Catherin Kaiser (Pianistin)
– Manon Jürgens (Gesang)
Sa., 21. März, 16 Uhr
(voraussichtliches Ende 18 Uhr)
Kulturhaus Kehl (Am Läger 12, 77 694 Kehl)
Eintritt auf Spendenbasis
Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Lou Andreas-Salomé (neu) entdecken“ des Straßburger Vereins À livre ouvert / Wie ein offenes Buch. Der Straßburger Partnerverein widmet sich in der Saison 2025/26 dem Werk der deutschsprachigen Intellektuellen russischer Herkunft. Lou Andreas-Salomé, Philosophin, Schriftstellerin, Psychoanalytikerin und freie Denkerin – hat ihre Zeit durch Klarheit und Unabhängigkeit geprägt, wurde jedoch allzu oft auf ihre Beziehungen zu Nietzsche, Rilke oder Freud reduziert.
Die Veranstaltungsreihe, in enger Kooperation mit der Straßburger Philosophin und Übersetzerin Ondine Arnould konzipiert, möchte dieser einzigartigen Stimme ihren Platz zurückgeben und das Publikum dazu einladen, ein noch immer viel zu unbekanntes Werk (neu) zu entdecken.
Im Laufe der Saison werden verschiedene Formate – Filmvorführungen, Vorträge, literarische Begegnungen und musikalische Lesungen – die großen Themenfelder beleuchten, die Lou Andreas-Salomé bearbeitet hat: Literatur und Übersetzung, Psychoanalyse und Philosophie, Fragen zur Weiblichkeit und dem künstlerischem Schaffen. Diese Veranstaltungen, in Kooperation mit dem Historischen Verein Kehl, bringen Forschende, Übersetzerinnen und Künstler:innen in den Dialog und holen Salomé aus der Vergessenheit und universitären Fachkreisen heraus und machen ihre Stimme auf beiden Seiten des Rheins hörbar.