Ganz im Gegenteil. Folgt man einigen Historikern, so werden wir tagtäglich daran erinnert, dass im Zuge der Wiedervereinigung manche Weichen falsch gestellt worden sind. Gerhard A. Ritter, Professor für Neuere und Neueste Geschichte, hat 2006 mit seinem Buch „Der Preis der deutschen Einheit – Die Wiedervereinigung und die Krise des Sozialstaats“ einen Bestseller gelandet. Heute, 20 Jahre später, hören und lesen wir: Wir können uns den Sozialstaat nicht mehr leisten, wir müssen sparen, Schluss mit Bürgergeld usw. usf.
Was hat die Krise des Sozialstaats mit der Wiedervereinigung zu tun? Gibt es weitere bemerkenswerte Spätfolgen der Wiedervereinigung? Was hat Wolfgang Schäuble, 1990 Bundesinnenminister unter Bundeskanzler Helmut Kohl, zur Wiedervereinigung beigetragen? War die Wiedervereinigung in Wahrheit eine ,,Übernahme“, ein ,,Anschluss“?
Nancy, aus dem Sumpf (nant, keltisch = Sumpf) entstanden, ist heute reich an Baukunst und anderen Sehenswürdigkeiten. Der Verein lädt zu einer zweitägigen Reise mit Dr. Stefan Woltersdorff ein.
Der Preis für Übernachtung, Frühstück und Führung beträgt 130 € pro Person, zuzüglich der Fahrtkosten mit SNCF und Tram. Bitte melden Sie sich bis zum 8. Februar an (info@historischer-verein-kehl.de oder Tel. 016097393862).
1. TAG: Zu Besuch in Nancy Treffen am Bahnhof Kehl bzw. Strasbourg, Fahrt nach Nancy (z.B. 8:21-9:49 Uhr). Nach der Ankunft Bezug des Hotels in Bahnhofsnähe und individuelle Mittagspause in den Markthallen. Danach besichtigen wir im Rahmen eines ausführlichen Rundgangs die Altstadt (Renaissance) sowie die angrenzenden Rokoko- und Jugendstil-Viertel. Ab 1900 inspirierte diese »Neue Kunst« eine ganze Künstlergeneration, verhalf Nancy zu einem neuen Erscheinungsbild und verlieh seinem Alltag neuen Schwung. Ob Glas oder Keramik, Holz oder Schmiedearbeiten, alles zeigt die Handschrift und das Talent der neuen Künstler. Der Abend steht zur freien Verfügung. Wer möchte, kann fakultativ zum Abendessen in das berühmte Jugendstil-Restaurant Excelsior einkehren (sollte vorgebucht werden).
2. TAG: Art Nouveau Nancy – der von Emile Gallé initiierte lothringische Jugendstil, auch als »Ecole de Nancy« bekannt, prägt das Gesicht der Stadt bis heute. Wir wenden uns der ab 1870 entstandenen Neustadt zu. Der Weg führt an zahlreichen Jugendstil-Bauten vorbei zur einzigartigen Villa Majorelle (Innenführung). Anschließend besuchen wir das Jugendstil-Museum von Nancy. Nach einer gemeinsamen Mittagspause in einem charmanten Lokal erkunden wir den Parc Saurupt. Im Jahr 1901 beschloss Jules Villard auf dem Gelände rund um sein Schloss eine Gartenstadt »zwischen Stadt und Land« im Jugendstil anzulegen. Das Projekt wird den Architekten Emile André und Henry Gutton anvertraut. Von den ursprünglich vorgesehenen 100 Villen wurden jedoch nur sechs gebaut, darunter das Pförtnerhaus. Anschließend geht es zurück zum Hotel, wo wir unser Gepäck abholen. Rückfahrt mit dem Zug nach Strasbourg (z.B. 19:12-20:40 Uhr) und von dort mit der Tram nach Kehl.
Veranstaltungsreihe: Lou Andreas-Salomé, freie Denkerin, hat ihre Zeit durch Klarheit und Unabhängigkeit geprägt, wurde jedoch allzu oft auf ihre Beziehungen zu Nietzsche, Rilke oder Freud reduziert.