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Hans-Ulrich Müller-Russell

Zukunft braucht Herkunft

Unter diesem Motto richtet die Gemeinde Hohberg ein Museumsquartier ein, berichtet die Kehler Zeitung in ihrer aktuellen Ausgabe (KEZ vom 31. Januar 2026). „Ein starkes Zeichen für gelebte Kultur“, meint Bürgermeister Heck.

Und Kehl? Verkauft die Stadt demnächst ihr Museumsgebäude in der Friedhofstraße und schafft damit ihr Museumsquartier ab?Zuzutrauen wäre es ihr, denn auf eine Umfrage der Kehler Zeitung unter Gemeinderatsmitgliedern haben einige für den Verkauf plädiert.

Doch es gibt noch besonnene Mitbürger in der Stadt, genauer: in Kork. „Katastrophale Veräußerung von Kulturgut“ hat in einer Ortschaftsratssitzung ein Korker den geplanten Verkauf des Hanauer Museums, der ehemaligen Sundheimer Grundschule und der Rathäuser in Querbach und Odelshofen genannt. Der Korker Ortschaftsrat lehnt den Verkauf ab.

Entscheiden muss es der Kehler Gemeinderat am 25. Februar. Wir leben gerade in der närrischen Zeit, in der das Brauchtum gepflegt wird. Vielleicht dämmert es dem einen oder anderen Gemeinderatsmitglied beim Umtrunk in der ich-weiß-nicht-wievielten Narrensitzung dieser Saison? Zukunft braucht Herkunft, sonst sind wir heimatlos.

Keine Chancen für den Liberalismus? Vorträge am 13. Febr., 16 Uhr

Generallandesarchiv Karlsruhe und auf ZOOM (https://ag-landeskunde-oberrhein.de/event/keine-chancen-fuer-den-liberalismus/)

Bürgerliche Parteien in der Weimarer Republik

Eine Einladung des Generallandesarchivs zum Forum Landesgeschichte
Durch die Gründung der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) 1918 war der zersplitterte Liberalismus wieder geeint und konnte sich in der neuen Republik zu einem Machtfaktor entwickeln. Doch schnell zeigte sich, dass die Gräben zwischen den ehemaligen Nationalliberalen und Fortschrittlern weiterhin tief waren. Auch das Programm Gustav Stresemanns für die Deutsche Volkspartei (DVP), „Wir sind und bleiben national und liberal“, zeigt die Zerreißprobe des Liberalismus zwischen den Parteien von rechts und links.

Es sprechen:
Dr. Jürgen Frölich, Bonn
Ein national-liberaler Stabilitätsanker? Gustav Stresemann, Baden und die Weimarer Republik
Johannes Niemesch, Karlsruhe
Zwischen Vernunftrepublikanismus und demokratischer Überzeugung. Die Deutsche Demokratische Partei und deren politische Ausrichtung in der Frühphase der Republik Baden
Kaffeepause
Dr. Desiderius Meier, Passau
Die badische DDP und die Chancen liberaler Politik in der Weimarer Demokratie
Das Forum Landesgeschichte ist eine Veranstaltung des Generallandesarchivs in Kooperation mit der
Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein.

Uhrmacher im Schwarzwald als Wegbereiter des Kapitalismus – Vortrag 5. Feb., 18.15 Uhr

Dr. Johanna Regnath, Geschäftsführerin des Instituts, schreibt dazu:

Die Geschichte des induustriellen Kapitalismus und seiner Entstehung ist reich an großen Erzählungen. Oft sind diese jedoch nur an wenige empirische Befunde rückgebunden, die sich darüber hinaus überproportional häufig auf Stadtgesellschaften beziehen. So entstanden Stereotype von Stadt und Land als vermeintlich fortschrittlich bzw. rückständig. Die spezifischen Dynamiken ländlicher Räume gerieten aus dem Blick. Der Referent untersucht innovative Netzwerke und gewerbliche Dynamiken im ländlichen Raum, um neue Perspektiven auf die Entstehung und Ausformung des industriellen Kapitalismus in Europa zu entwickeln. Anhand der Uhrmachergewerbe in Schwarzwald und Jura rücken so die Akteure ins Zentrum der Erklärung für die Industrielle Revolution.
Johannes K. Staudt hat Geschichte und Wirtschaftswissenschaften an der Uni Freiburg und am Trinity College Dublin studiert und 2020 mit dem Master abgeschlossen. Er promoviert bei Prof. Dr. Jörn Leonhard über das Thema „Ländliche Innovationskulturen und die Entstehung des europäischen Kapitalismus: Eine vergleichende Geschichte des Schwarzwalds und des Jura, ca. 1740–1880“. Unterstützt von einem Sonderstipendium der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg schließt er derzeit diese Arbeit ab.

Besuch in Nancy am 24./25.06.2026

Nancy, aus dem Sumpf (nant, keltisch = Sumpf) entstanden, ist heute reich an Baukunst und anderen Sehenswürdigkeiten. Der Verein lädt zu einer zweitägigen Reise mit Dr. Stefan Woltersdorff ein.

 Der Preis für Übernachtung, Frühstück und Führung beträgt 130 € pro Person, zuzüglich der Fahrtkosten mit SNCF und Tram. Bitte melden Sie sich bis zum 8. Februar an (info@historischer-verein-kehl.de oder Tel. 016097393862).

1. TAG: Zu Besuch in Nancy
Treffen am Bahnhof Kehl bzw. Strasbourg, Fahrt nach Nancy (z.B. 8:21-9:49 Uhr). Nach der Ankunft Bezug des Hotels in Bahnhofsnähe und individuelle Mittagspause in den Markthallen. Danach besichtigen wir im Rahmen eines ausführlichen Rundgangs die Altstadt (Renaissance) sowie die angrenzenden Rokoko- und Jugendstil-Viertel. Ab 1900 inspirierte diese »Neue Kunst« eine ganze Künstlergeneration, verhalf Nancy zu einem neuen Erscheinungsbild und verlieh seinem Alltag neuen Schwung. Ob Glas oder Keramik, Holz oder Schmiedearbeiten, alles zeigt die Handschrift und das Talent der neuen Künstler. Der Abend steht zur freien Verfügung. Wer möchte, kann fakultativ zum Abendessen in das berühmte Jugendstil-Restaurant Excelsior einkehren (sollte vorgebucht werden).

2. TAG: Art Nouveau
Nancy – der von Emile Gallé initiierte lothringische Jugendstil, auch als »Ecole de Nancy« bekannt, prägt das Gesicht der Stadt bis heute. Wir wenden uns der ab 1870 entstandenen Neustadt zu. Der Weg führt an zahlreichen Jugendstil-Bauten vorbei zur einzigartigen Villa Majorelle (Innenführung). Anschließend besuchen wir das Jugendstil-Museum von Nancy. Nach einer gemeinsamen Mittagspause in einem charmanten Lokal erkunden wir den Parc Saurupt. Im Jahr 1901 beschloss Jules Villard auf dem Gelände rund um sein Schloss eine Gartenstadt »zwischen Stadt und Land« im Jugendstil anzulegen. Das Projekt wird den Architekten Emile André und Henry Gutton anvertraut. Von den ursprünglich vorgesehenen 100 Villen wurden jedoch nur sechs gebaut, darunter das Pförtnerhaus. Anschließend geht es zurück zum Hotel, wo wir unser Gepäck abholen. Rückfahrt mit dem Zug nach Strasbourg (z.B. 19:12-20:40 Uhr) und von dort mit der Tram nach Kehl.

Do., 18.04.2024: Vortrag „Humanismus am Oberrhein“

„Humanismus am Oberrhein“

Vortrag von Gabriel Braeuner

Description de Gabriel Braeuner pour nos amis français, c’est par ici.

Vieles Gewaltige lebt, doch nichts ist gewaltiger als der Mensch, singt der Chor – in freier Übersetzung – in der Antigone von Sophokles (496-406 v.Chr.). Boris Johnson, vorletzter britischer Premier, zitierte es fast 2500 Jahre später 2021 in der Vollversammlung der UNO. Die Idee von der Größe des Menschen zieht sich durch die Weltgeschichte – und erlebt, merkwürdig, gerade dann eine Blüte, wenn der Mensch wie heute an seiner Größe und Güte zweifeln möchte.

In der Renaissance, im 14., 15. und 16. Jahrhundert, war es so weit. Europa befand sich in einer kritischen Situation. Kopernikus hatte entdeckt, dass nicht die Erde das Zentrum des Universums ist, sondern die Sonne. Die katholische Kirche erklärte das als ketzerisch. Martin Luther schrieb 1517 seine 95 Thesen. Er wird mit dem Kirchenbann bestraft. Erasmus von Rotterdam (1465-1536) bekämpfte daraufhin alle kirchlichen Fesseln und suchte sein Heil in der Antike.

Der Renaissance-Humanismus war geboren. Die griechischen und lateinischen Schriftsteller wurden wieder gelesen. Ausgehend von den Städten Norditaliens, in denen sich das freie Denken und Empfinden eines selbstbewussten Bürgertums Bahn gebrochen hatte, führte die Renaissance, die „Wiedergeburt“ der Antike, in mehreren Ländern Mittel- und Westeuropas zu einer lebensbejahenden, sinnenfrohen Kunst sowie zu einer auf vorchristliches Denken und Handeln ausgerichteten selbstverantwortlichen Menschlichkeit, schreibt der „Digitale Peters“ über diese Epoche.

Ach, könnte das schön sein, eine solche Wiedergeburt. Und wir haben hier gute Voraussetzungen, denn auch und gerade am Oberrhein hat der Humanismus damals Wurzeln geschlagen.

Darüber wird am Donnerstag, 18. April, 19 Uhr, Gabriel Braeuner in der Chapelle de la Rencontre im Viertel Port du Rhin berichten. Er ist wie kaum ein anderer dazu berufen, er ist Vorsitzender des Vereins der Freunde der humanistischen Bibliothek von Schlettstadt, Sekretär der Académie d’Alsace und Vorstandsmitglied der Fédération des Sociétés d’histoire et d’archéologie d’Alsace, dort ist er für die grenzüberschreitenden Beziehungen zuständig. Der Vortrag wird deutsch-französisch simultan übersetzt.

Do., 18. April 2024 um 19 Uhr

Chapelle de la Rencontre, Place de l’Hippodrome im Straßburger Viertel Port du Rhin (TRAM D: Port du Rhin)

Eintritt frei, Spenden willkommen

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Description de Gabriel Braeuner pour nos amis français, c’est par ici.

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Vieles Gewaltige lebt, doch nichts ist gewaltiger als der Mensch, singt der Chor – in freier Übersetzung – in der Antigone von Sophokles (496-406 v.Chr.). Boris Johnson, vorletzter britischer Premier, zitierte es fast 2500 Jahre später 2021 in der Vollversammlung der UNO. Die Idee von der Größe des Menschen zieht sich durch die Weltgeschichte – und erlebt, merkwürdig, gerade dann eine Blüte, wenn der Mensch wie heute an seiner Größe und Güte zweifeln möchte.

In der Renaissance, im 14., 15. und 16. Jahrhundert, war es so weit. Europa befand sich in einer kritischen Situation. Kopernikus hatte entdeckt, dass nicht die Erde das Zentrum des Universums ist, sondern die Sonne. Die katholische Kirche erklärte das als ketzerisch. Martin Luther schrieb 1517 seine 95 Thesen. Er wird mit dem Kirchenbann bestraft. Erasmus von Rotterdam (1465-1536) bekämpfte daraufhin alle kirchlichen Fesseln und suchte sein Heil in der Antike.

Der Renaissance-Humanismus war geboren. Die griechischen und lateinischen Schriftsteller wurden wieder gelesen. Ausgehend von den Städten Norditaliens, in denen sich das freie Denken und Empfinden eines selbstbewussten Bürgertums Bahn gebrochen hatte, führte die Renaissance, die „Wiedergeburt“ der Antike, in mehreren Ländern Mittel- und Westeuropas zu einer lebensbejahenden, sinnenfrohen Kunst sowie zu einer auf vorchristliches Denken und Handeln ausgerichteten selbstverantwortlichen Menschlichkeit, schreibt der „Digitale Peters“ über diese Epoche.

Ach, könnte das schön sein, eine solche Wiedergeburt. Und wir haben hier gute Voraussetzungen, denn auch und gerade am Oberrhein hat der Humanismus damals Wurzeln geschlagen.

Darüber wird am Donnerstag, 18. April, 19 Uhr, Gabriel Braeuner in der Chapelle de la Rencontre im Viertel Port du Rhin berichten. Er ist wie kaum ein anderer dazu berufen, er ist Vorsitzender des Vereins der Freunde der humanistischen Bibliothek von Schlettstadt, Sekretär der Académie d’Alsace und Vorstandsmitglied der Fédération des Sociétés d’histoire et d’archéologie d’Alsace, dort ist er für die grenzüberschreitenden Beziehungen zuständig. Der Vortrag wird deutsch-französisch simultan übersetzt.

Do., 18. April 2024 um 19 Uhr

Chapelle de la Rencontre, Place de l’Hippodrome im Straßburger Viertel Port du Rhin (TRAM D: Port du Rhin)

Eintritt frei, Spenden willkommen

Reise in die Vergangenheit

Der Historische Verein Kehl will Kinder und Jugendliche für die Geschichte der Stadt und der Region begeistern. Über die Geschichte findet ein junger Mensch einen emotionalen Bezug zu seiner Umgebung. Damit wächst die Bereitschaft, sich mit der Stadt zu identifizieren und in ihren Institutionen politisch und sozial zu engagieren,

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